Am 25. November 1844 wurde Karl Friedrich Michael Benz in Karlsruhe geboren. Diesen Namen änderte er später in Carl Friedrich Benz. Den Namen Benz hat er seinen Vorfahren zu Verdanken, die alle aus dem Schmiedehandwerk kamen und die Wurzeln im Schwarzwalddorf Benzenzimmern haben.
Sein Vater, ein Lokführer starb 1846, ein Jahr nach der Hochzeit mit seiner Frau Josephine Vaillant. Die Todesursache war Lungenkrebs, den er sich bei seiner Arbeit als Lokführer zugezogen hatte. Deshalb versuchte Carls Mutter ihn immer von der Eisenbahn fernzuhalten.

Ihr Wunsch war es, dass Carl Benz Beamter wird und so schickte sie ihn auf das Lyzeum in Karlsruhe. Diese Einrichtung genoss einen ausgezeichneten Ruf, aber Benz interessierte sich mehr für Chemie und Physik und wurde der Assistent des Physiklehrers. Mit seiner Leidenschaft, das Fotografieren, verdiente er sich nebenbei etwas Geld, indem er Filme entwickelte. Seine Aufnahmeprüfung an der "Polytechnischen Schule in Karlsruhe" bestand er am 30.09.1860 und am 9. Juli 1864 beendete Carl Benz erfolgreich das Polytechnikum.

Fortan arbeitete er in Fabriken als Lohnarbeiter und sammelte viele Erfahrungen, besonders im Brückenbau. Nachdem seine Mutter im März 1870 verstorben war und er im Juli 1872 Berta Ringer heiratete, schloß er sich mit dem "Mechanikus" August Ritter zusammen und gründete mit ihm die mechanische Werkstätte T6 11. Da jedoch der Erfolg ausblieb und er sich immer mehr verschuldete, wurde die Firma in "Carl Benz, Mannheim, T6 11, Eisengießerei und mechanische Werkstätte" umbenannt. Sein Inventar wurde trotzdem verpfändet und so musste er mit den wenigsten Mitteln arbeiten und konzentrierte sich auf die Konstruktion von Motoren, die im Konkurrenzkampf überall benötigt wurden.

Als am 4. August 1877 Nicolaus August Otto das Patent für das Viertaktprinzip bei der Motorentechnik erhielt, konzentrierte sich Benz auf den Zweitaktmotor. Diesen Einstieg schaffte er nur in zwei Jahren.
In der Silversternacht des Jahres 1879 hält er folgende Erinnerungen fest: "Nach dem Nachtessen sagte meine Frau: Wir müssen doch einmal hinüber in die Werkstätte und unser Glück versuchen. In mir lockt etwas und läßt keine Ruhe. Und wieder stehen wir vor einem großen schwer enträtselbaren Geheimnis. Mit starken Schlägen pocht das Herz. Ich drehe an. Tät, tät, tät antwortete die Maschine. In schönem regelmäßigem Rhythmus lösen die Takte der Zukunftsmusik einander ab. Was keine Zauberflöte der Welt zuwege gebracht hat, das vermag jetzt der Zweitakter. Je länger er singt, desto mehr zaubert er die drückend harten Sorgen vom Herzen ... Auf einmal fingen auch die Glocken zu läuten an. Silvesterglocken! Uns war's, als läuteten sie nicht nur ein neues Jahr, sondern eine neue Zeit ein, jene Zeit, die vom Motor den neuen Paukenschlag empfangen sollte."

Er feilte die Technik noch weiter aus und versuchte sie, einfacher zu machen. Das Patentamt lehnte seine Anträge zunächst ab, gaben aber später ihren Segen, nachdem die Technik weitgehend perfektioniert wurde. Als 1886 dann das Patent von Nicolaus August Otto zum Viertaktmotor fiel, begann Benz mit der Weiterentwicklung des Viertakters. Er entwickelte das Benz'sche Konstruktionsprinzip: Motor und Fahrgestell sollen eine einheit bilden. Es ist die Geburtstunde des Automobils.

Am 29. Januar 1886 meldete er sein Automobil mit Gasmotor beim kaiserlichen Patentamt an und die Öffentlichkeit nahm immer mehr Notiz von dem Konstrukteur. Der Mannheimer Generalanzeiger schreibt am 5. September 1886:
"Wir sahen das erste Vehikel im Stehen und sahen es bereits vor Monaten in Betrieb. Schon bei dem ersten Versuch wurde uns die Gewissheit, daß durch die Benz´sche Erfindung ein Problem gelöst sei Mittels elemtarer Kraft einen Straßenwagen herzustellen. Wir glauben, daß dieses Fahrwerk eine gute Zukunft haben wird, weil es bei möglichster Schnelligkeit das billigste Beförderungsungsmittel für Geschäftsreisende, eventuell auch für Touristen werden wird."

1899 wurde aus Carl Benz Firma eine Aktiengesellschaft und 1926 schlossen sich die Daimler-Motoren-Gesellschaft und die Benz & Co zur Daimler Benz AG zusammen.

Am 4. April 1929 starb Carl Friedrich Benz mit 85 Jahren in Ladenburg.